WTF is Paleo?

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Paleo ist, auch wenn ich den irreführenden Begriff eigentlich nicht gern verwende, die „Steinzeiternährung“ (daher der Name, angelehnt an das Paläolithikum). Halt! Vergesst sofort alle Bilder von mammutjagenden Neandertalern, die euch jetzt durch den Kopf schießen. Denn hinter Paleo steckt so viel mehr … Oder, wie Michelle Tam von „nom nom Paleo“ so treffend sagt: „The caveman’s just a mascot“.

 

Der Paleo-Lifestyle. Sag niemals Diät zu ihm.

Paleo ist keine Diät (das Abnehmen allerdings meist Nebeneffekt). Es ist eine gesunde, natürliche Ernährungsform, die artgerecht ist – für uns Menschen. Und die so einige Beschwerden, Krankheiten, die Blutwerte, das Allgemeinbefinden und vieles mehr verbessern kann.

Oberste Grundregel bei Paleo lautet: Verzichte auf jegliches Getreide! Mit jegliches meine ich: jegliches. Und mit Getreide meine ich: Auch Pseudogetreide. Wie Buchweizen & Co. Getreide essen heißt: entzündungsfördernd essen. Es zu vertragen, liegt nicht in unseren Genen. Wie Dr. med. Andreas Eenfeldt, Autor von „Köstliche R-Evolution“,  so schön schreibt: Wenn die Entwicklung der Menschheit in einem Jahr geschehen wäre, dann wurden Weißmehl (und Zucker) erst eine Viertelstunde vor Silvester entdeckt. Viel zu spät also, als dass sich unsere Körper und Gene bereits darauf eingestellt hätten.

 

Unser täglich, gefährlich Brot.

Dazu kommt die Überzüchtung des heutigen Weizens. Ein Beispiel: Weizenähren sind normalerweise sehr lang. Weil man aber nur ihren oberen Teil landwirtschaftlich verarbeiten kann, wurde der heute übliche Kurzweizen gezüchtet. Der ist ertragreicher. Hält mehr aus. Ob der Mensch diesen aber noch aushält und verträgt, hat niemand überprüft.

 „Das, was heute als Weizen daherkommt, ist etwas anderes als früher (…). Nicht aufgrund einer natürlichen Auslese (…), sondern durch menschliche Eingriffe (…) hat der Weizen sich stärker verändert als Michael Jackson.“ Dr. med. William Davis, „Weizenwampe“.

Oft fragen mich Menschen ganz entsetzt: „Wie, du isst kein Getreide? Auch keine Vollkornprodukte? Kein Brot, keine Nudeln? Wie überlebst du?“ Tja, die Antwort lautet: Man kann damit nicht nur über-, sondern um einiges besser leben.

Gut. Ich mache ab und zu Ausnahmen. Weil ich zum Glück keine Unverträglichkeiten habe. Ab und zu muss ein Bierchen sein (gerade auf Festivals), ab und zu Pasta. Sehr gerne auch ein gutes Weinderl. Aber ich lebe zu, sagen wir, 85 % nach „Paleo“. Paleo ist eben kein Diktakt, sondern ein genussvolles Konzept.

 

Weitere Anhaltspunkte des Paleokonzepts sind:

  • Kein Zucker.
  • Keine Hülsenfrüchte wie Kichererbsen (sie können Entzündungen auslösen).
  • Kein Pflanzenfett. Es ist stark behandelt/verarbeitet, löst ebenfalls Entzündungen aus. Margarine ist Sondermüll, um es mal drastisch zu formulieren (und das mach ich ja gerne :P).
  • Keine Industrieprodukte, keine stark verarbeiteten Sachen, kein Fastfood.
  • Keine Milchprodukte. Hier mache ich allerdings häufig Ausnahmen: Das nennt sich dann nicht mehr „Paleo-“, sondern „Primal“-Ernährung. Ab und zu ein Stück Käse, Feta, Parmesan oder fettreiches griechisches Joghurt muss für mich sein. Ich habe aber auch keine Allergien oder Intoleranzen. Hier muss jeder selbst abtesten, was er verträgt.
  • Keine Sojaprodukte. Soja ist voller Hormone, ganz schlecht für die Schilddrüse und und und …

 

Aber dafür schlemmen und genießen bei:

  • Fleiiiisch. Aber, wenn möglich, nicht aus Massentierhaltung. Und: Auch darauf achten, was das Fleisch selbst zu sich nimmt. Weiderind, Wildfleisch etc. ist die bessere Wahl.
  • Fisch (Wildfang, Msc-Siegel).
  • Gemüse, Gemüse, Gemüse. Gemüse. GEMÜSE.
  • Salate.
  • Viiele gute Fette. Keine Angst vor Fett! Denn: Fett macht nicht fett. Und mit „gut“ sind Fette aus nativem Olivenöl, Ghee (Butterschmalz), Butter, Kokosöl … gemeint.
  • Eier. Keine Angst vor Eiern! Sie haben keine Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel, das ist mittlerweile einwandfrei belegt (siehe auch http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/eier-und-der-cholesterin-irrtum)

Und dann gibt es noch:

  • Obst (nicht ganz so viel und eher zu Beeren greifen, da der Fruchtzuckeranteil hier nicht so hoch ist).
  • Nüsse (auch nicht in Unmengen, aber ok).
  • Wer Süßes vermisst, findet in Schokolade ohne Zucker (z.b. nur mit Kokosblütenzucker, gibt´s im Bioladen) bzw. mit sehr hohem Kakaoanteil (über 80 % oder 90 %) einen tollen Ersatz.

Paleo heißt übrigens nicht unbedingt „LowCarb“. Die Kohlenhydrate kommen nur aus anderen Quellen. Aus Knollen, Karotten, Süßkartoffeln, ab und zu mal aus Reis oder normalen Kartoffeln.

Wichtige Anmerkung: Ich bin kein Arzt und habe keine Ausbildung im Bereich Ernährung. Was für mich passt, muss für dich noch lange nicht passen, auch wenn´s schön wäre. Ich kann nur schildern, wie unsere Ernährung aussieht und wie wir uns am wohlsten fühlen. Nur du kannst Paleo für dich so gestalten, dass du dich gut fühlst.

 

Ich kann Paleo aufgrund meiner/unserer Erfahrungen empfehlen.
Weil ich mich damit besser fühle (Ich bin von Haus aus kein „Sonnenschein“, aber Paleo hebt meine Stimmung deutlich und gibt mir mehr Energie.)
Weil mein Mann seither keinen Schub seiner Krankheit hatte.
Weil ich echte, artgerechte Lebensmittel genießen möchte. Keinen künstlich kreierten Produkte.
Sondern Essen. Für Menschen.


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