Weizenfreie Mehle

Stärke bindet, dickt ein, hält zusammen.

Und so lässt sich nicht immer auf sie verzichten. Unter eingefleischten Paleoanern fängt man sich mit Rezepten von Brot- und Kuchen-Nachbauten höchstens ein verächtliches Zucken um die Mundwinkel oder gar einen zynischen Kommentar ein. Doch ab und zu braucht man weizenfreie Mehle eben für Paleo-Backwerke … aber nicht nur dafür: Auch Faschierte Laberl/Hackbällchen, ein Omelette und ähnliche Köstlichkeiten benötigen manchmal etwas für ihren „Zusammenhalt“! Da ist es gut und wichtig, die Alternativen zu kennen.

 

Tapiokastärke

In meinen Rezepten kommt immer wieder die Zutat „Tapiokastärke“ vor. Das ist eine glutenfreie, nahezu geschmacksneutrale Stärke, die aus der Maniokknolle gewonnen wird. Je nach Herkunftsland trägt sie verschiedene Namen, wie z.B. Cassava- oder Maniokmehl. Sie ist im Asialaden erhältlich.

 

Gari

Gari, das ich z.B. für mein nussfreies Brot verwende, ist ein Gries aus oben genannter Maniokwurzel. Auch Gari gibt es im Asialaden.

 

Kokosmehl und Kastanienmehl

Erhältlich im Bioladen oder auf www.kleine-steinzeit.de und leicht süßlich im Geschmack.

 

Pfeilwurzelstärke

Das klang für mich anfangs gefährlich, weil ich irgendwie gleich an den Pfeilgiftfrosch denken musste. Aber keine Sorge, Pfeilwurzelstärke ist ein geruchsloses, geschmacksneutrales Bindemittel, das anscheinend doppelt so stark eindickt wie Weizenmehl. Erhältlich im Bioladen, im Reformhaus, manchmal auch in Supermarkt und Drogerie, oder auf www.kleine-steinzeit.de

 

Gemahlene Mandeln

Sie leisten im wahrsten Sinne starke Arbeit beim Andicken von Omelettes, in Hackfleisch-Bällchen und ähnlichem.

 

Mandelmehl

Anfangs dachte ich, gemahlene Mandeln und Mandelmehl wären dasselbe. Denkste: Beim Mehl wird der bei der Ölpressung entstandene Presskuchen sehr fein vermahlen und enthält aufgrund des fehlenden Ölanteils etwas mehr Kohlenhydrate als herkömmliche gemahlene Mandeln. Dieses Mehl eignet sich sehr gut zum Backen, man findet es aber meist nur im Reformhaus oder Bioladen.

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Oft werde ich gefragt, ob man diese glutenfreien Mehle und Stärken einfach wie ganz normale Mehle verwenden kann. Nun, ich würde nicht empfehlen, bei einem Rezept einfach das Weizenmehl 1:1 auszutauschen. Jedes Mehl schmeckt anders, wirkt anders und für Kokosmehl, Kastanienmehl & Co gibt es eigene Rezeptideen.

Tapioka kann man aber sehr gut anstelle von Weizenmehl zum Andicken von Saucen, Gulasch & Co verwenden.